Fehler in der Hundeerziehung

Wenn es um Hundeerziehung geht, machen wir alle mal Fehler.  Der eine wirkt sich gar nicht auf die Erziehung des Vierbeiners aus, der andere macht sie eventuell fast zunichte. Es ist daher wichtig, sich die Auswirkungen bewusst zu machen.

Konsequenz ist in der Hundeerziehung sehr wichtig, sie wird jedoch oft unterschätzt. Es kann doch nicht schlimm sein, wenn der Hund morgens beim ersten Gassigang zerrt – er muss doch so dringend… Oder wenn der Hund seinen Besitzer an der Leine zu seinem besten Kumpel zerrt – die spielen doch so gerne miteinander.

Wie will ich denn der Fellnase klarmachen, dass er morgens oder beim besten Kumpel zerren darf, aber nicht wenn er einen uns unbekannten Artgenossen sieht? Und auch nicht, wenn es irgendwo „ach so lecker“ riecht? Als Hundebesitzer sollte ich mir im Vorfeld Gedanken machen, was der Hund darf und was nicht. Und das gilt es dann auch in jeder Situation einzuhalten.

Fehler machen ist menschlich

Fehler passieren – und wenn man mal einen macht, sollte man kein Drama daraus machen. Besser ist es, aus seinen Fehlern zu lernen, damit es beim nächsten Mal nicht mehr passiert. Je souveräner der Hundehalter reagiert, umso gelassener kann der Hund mit der Situation umgehen. Das ist sehr wichtig, denn wir neigen dazu, im Hinblick auf den Hund sehr emotional zu reagieren.

Perfektionismus in der Hundeerziehung

Leider ist der Hang zum Perfektionismus bei Hundebesitzern nicht gerade selten. Da werden enorme Summen ausgegeben für alle möglichen Hilfsmittel zur Erziehung des Vierbeiners. Ebenso für die Leckerlies. Die müssen ja immer wieder noch attraktiver, noch hochwertiger, noch unbekannter sein – ansonsten klappt es nicht mit dem Training.

Und wenn wir all das haben, muss der Hund perfekt zurückkommen, oder perfekt an der Leine laufen, oder perfekt an Artgenossen vorbei laufen. Aber ganz so einfach ist das nicht.

Welche Methode ist die Richtige?

Wenn man die unterschiedlichen Foren anschaut, streiten sich Hundebesitzer immer darüber, was denn nun das jeweils Richtige ist. Geschirr oder Halsband? Hundetrainer oder alleine trainieren? Welche Methoden für die Leinenführigkeit? Da werden fast erbitterte Kämpfe ausgetragen – aber das „Problem“ hängt an dem Ende der Leine, an dem kein Karabiner dran ist. Dann gibt es im Internet die Informationen quasi zum Nulltarif in Hülle und Fülle. Viele lesen sich dort ein – irgendwo muss ja die ultimative Lösung zu finden sein. Außerdem gibt es bei Begegnungen mit anderen Hundebesitzern auch immer ungefragt Tipps, die „garantiert helfen“. Und überall hört man „zeig ihm, dass Du der Chef bist“.
Aber was soll man jetzt tun?

Individuum Hund

Es wird immer wieder schlicht vergessen, dass auch Hunde ganz individuell sind – genau wie wir Menschen. Nicht jede Methode funktioniert bei jedem Hund. Man muss genau schauen, was für den jeweiligen Hund die geeignete und richtige Methode ist, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass der Vierbeiner bspw. unsicher wird oder sich das Problem-Verhalten verstärkt. Wenn wir dann auch noch ständig die Methoden zur Korrektur wechseln, verlieren wir das Vertrauen unseres Hundes.

Anspruch versus Wirklichkeit

Dazu kommt auch noch, dass unser Anspruch an den stets kooperierenden Hund nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wir sind oft nicht so konsequent, wie es erforderlich wäre – wir trainieren nur sporadisch mit unserer Fellnase – wir reden zuviel – wir geben widersprüchliche Befehle usw.

Was wollen wir wirklich?

Der Hund soll unsere Befehle befolgen – aber viele Hundebesitzer haben außerdem noch im Hinterkopf, dass der Hund „frei sein soll“. Wie passt das zusammen? Das wird schwierig. Wenn bspw. die Leinenführigkeit beim Hund ein Problem ist und man ihm ständig die „Freiheit“ ohne Leine gibt, wird er vermutlich nie an lockerer Leine mitlaufen.

Und wie planlos müssen wir auf den Hund wirken, wenn wir ihm bspw. draußen Freiheit geben und er machen darf, was immer er möchte und dann wollen wir, dass er den Rückruf 100 %ig ausführt und direkt zu uns kommt?

Fazit – Konsequenz und Souveränität

Die Erziehung eines Hundes erfordert Konsequenz und Souveränität – und zwar durchgängig und für den Hund auch schlüssig. D. h. ich sollte ihn nicht zu dem einen Hund hinzerren lassen und bei der nächsten Begegnung mit dem Vierbeiner schimpfen, wenn er hin möchte. Wenn man sich das bewusst macht und bei der Hundeerziehung darauf achtet, hat man bestimmt bald einen entspannten Hund an der Leine.