Ein Terminplan für den Hund?

Terminplan:
Montag: Treffen und spielen mit Emma
Dienstag: Hundegruppenstunde
Mittwoch: Flyball
Donnerstag: Mittags Treffen mit Idefix und abends Obedience
Freitag: Agility
Samstag: Morgens Spaziergang mit Otto, Nachmittags Suchhundegruppe
Sonntag: Canicross

Zugegeben – das ist ein frei erfundener Terminplan für den Hund, aber so abwegig ist das nicht. Immer mehr Menschen haben für die Aktivitäten mit Hund mehr Termine als für sich selbst.

Dabei wird dann ganz gerne vergessen, dass der Hund 17 bis 20 Stunden Schlaf benötigt, um ausgeglichen und entspannt zu sein. Und unter den Tisch wird ebenfalls die körperliche Komponente gekehrt – zuviel körperliche Aktivität geht auch bei den Hunden auf die Gelenke und nicht selten haben diese Hunde dann mit Arthrose und Gelenkproblemen zu kämpfen.

Aber warum soviel Aktivitäten?

Meistens kommt es langsam und schleichend. Der Hund ist unruhig und schon sprechen Hundekenner von „nicht ausgelastet“ und „Du musst mehr mit dem Hund machen“. Das setzt den Besitzer unter Druck und langsam geht die Maschinerie los.

Man meldet sich zum ersten Kurs an… nach 4 – 5 Wochen merkt man, dass der Hund wieder unruhiger wird, also kommt der 2. Kurs….. nach weiteren Wochen kommt wieder diese ungute Gefühl und man läuft länger und nimmt den Ball mit, den man dem Hund dann ständig wirft…

Ein Teufelskreis. Denn mit jeder weiteren Aktivität baut der Hund noch mehr Kondition auf und wird noch hibbeliger.

Und nun?

Das soll jetzt nicht heißen, dass der Hund keine körperliche Aktivität braucht – aber alles mit Maß und Ziel. D. h. der Hund sollte über Kopfarbeit ausgelastet werden, man soll ihm gewisse körperliche Aktivität ermöglichen – dann muss er aber auch ausreichend Ruhezeiten bekommen, in denen er wirklich entspannt und runter fährt.

Warum funktioniert das nicht?

Weil der Mensch sich wohlfühlen möchte, meist auf Kosten des Hundes.. Der Mensch möchte Agility machen – nicht der Hund. Und gerade für die Rassen, mit denen es meistens gemacht wird, ist es nicht förderlich: Border Collies, Australian Shepherd, Jack Russel… Sie werden ständig gepusht und kommen gar nicht mehr runter.

Dann ab auf die Spielwiese

Dort trifft der Hund nicht selten auf schlecht sozialisierte Artgenossen und wird nicht selten von anderen Hunden gemobbt. Durch die Einzäunung kann er dem ganzen noch nicht einmal entkommen. Es wäre daher wichtiger, die Hundebegegnungen zu befreundeten Artgenossen zu fördern, anstatt den Vierbeiner immer wieder wechselnden, unbekannten und unberechenbaren Hunden auszusetzen.