Die Welt der „Tut-Nix“-e

Wer hat den Satz noch nicht gehört „mein Hund tut nix…“ – und im nächsten Moment kam dann der Hund ohne Leine angerannt? Und wie oft kam direkt danach der Satz „das hat er noch nie gemacht..“ – wenn der andere doch nicht so freundlich war? Das erste kommt leider immer noch viel zu häufig vor.

Aber warum lassen viele ihren Hund einfach so ohne Leine zu anderen – meist angeleinten – Hunden rennen? Ist es Faulheit? Respektlosigkeit? Oder machen sich viele einfach gar keine Gedanken, was der entgegenkommende Hundebesitzer davon hält? Das ist genauso, wenn wir unterwegs jemand völlig fremdes unterhaken und ansprechen, dass man ihn jetzt gerne mal kennenlernen möchte.

Miteinander reden

Dabei könnte man doch erst einmal den Hund zu sich nehmen und den anderen fragen, ob die Hunde Kontakt haben dürfen. Denn manche haben Hunde an der Leine, die aggressiv auf Artgenossen reagieren – weil sie z. B. schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oder Hunde, die Angst haben und beim Kontakt zu Artgenossen am liebsten fliehen möchten. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Hundebesitzer keinen Kontakt möchte und das sollte man auch respektieren.

Reaktionen

Es kommen dann auch immer wieder die gleichen Reaktionen wenn der Entgegenkommende merkt, das der andere Hund nicht ganz so freundlich ist. Von „die regeln das unter sich“ (nein – der eigene Hund sollte nichts regeln müssen, dafür ist der Besitzer zuständig), über „na vielleicht lernt er dann, nicht zu jedem Hund zu laufen“ (wollten solche Besitzer auch, dass das eigene Kind einem anderen die Schippe auf den Kopf haut oder selbst die Schippe auf den Kopf bekommt?) zu „Sie haben Ihren Hund nicht im Griff – gehen Sie mal in die Hundeschule“ (ohne zu fragen, ob der Gegenüber vielleicht gerade in dem Moment am trainieren war?).

Leine

Gelbe Schleife

Im Jahr 2012 wurde von Schweden und Australiern eine Initiative gestartet – die Aktion „Gelber Hund“. Mit einer gelben Schleife an der Leine wird signalisiert, dass man keinen Kontakt zu anderen Hunden haben möchte, bspw. wegen Krankheit, weil der eigene Hund alt ist, unsicher oder im Training. Dadurch wissen gleich entgegenkommende Besitzer, dass sie ihren Hund bei sich behalten sollten. Leider ist das bei uns noch nicht wirklich bekannt.

Rücksichtnahme

Da man nicht weiß, warum der andere seinen Hund an der Leine hat, wäre es rücksichtsvoll, den eigenen auch an die Leine zu nehmen. Nicht den Hund einfach hinrennen lassen. Und falls der Abruf nicht zuverlässig klappt, sollte man vorausschauend mit dem Vierbeiner Gassi gehen und früh genug anleinen. Der Hund stirbt sicher nicht daran, kurz an der Leine zu gehen und den anderen nicht begrüßen zu dürfen. Aber der entgegenkommende Hundebesitzer bekommt dann keine Schweißperlen auf die Stirn und ihm ist sehr geholfen.